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Häuserwanderung

Ein Beitrag von Manuela Neuhaus

 

Immer wieder werde ich gefragt:

„Warum gibt es keinen Festumzug zur 850 Jahr Feier?“

Sofort frage ich zurück: “Möchtest Du den gern bei der Organisation helfen oder mitlaufen im Umzug?“ Die Antworten lauten dann: „ … ich doch nicht … hab keine Zeit für sowas … muss arbeiten … es gibt doch genug Andere, die das machen können ...“

Ja liebe Wechselburger, so sieht es aus. Ein Festumzug benötigt aber nicht nur unzählige Darsteller in Kostümen. Auch Requisiten, Pferde, Kutschen, Kapellen und nicht zuletzt sind viele Sondergenehmigungen einzuholen und Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten. Dafür benötigt man viele Leute und es kostet viel, viel Geld, beides haben wir nicht.

Zum Glück haben sich 60 Mitglieder der Wechselburger Vereine gefunden und bereits mit den Vorbereitungen für eine machbare und finanzierbare Alternative begonnen – einer Häuserwanderung.

"Sich-Heimisch-Fühlen" und das „Verbunden sein“ mit der Heimat wird zu einem Heimatfest erwartet. Also stellte der Heimatverein Überlegungen an, auf welche Art und Weise man den Wechselburger Einwohnern und deren Gästen unsere Geschichte präsentieren kann. Wir greifen unser Thema der ehemaligen Heimatstube wieder auf: Wie lebten die „kleinen Leute“ in Wechselburg und womit verdienten sie ihr tägliches Brot? Dies soll zum 850. Geburtstag von Wechselburg bei einer Wanderung durch den Ort jeder Heimatfreund erleben können. Die vielen zusammengetragenen „Häusergeschichten“ wollen wir lebendig werden lassen. Jeder Besucher kann eine Wanderung quer durch 850 Jahre im historischen Ortskern von Wechselburg für sich allein entdecken oder sich den Führungen am Sonntag, 03. Juni 2018 zwischen 13 und 17 Uhr anschließen. An den Schauplätzen der Geschichte werden Mimen in Aktion sein und zu den Führungen kleine Inszenierungen zum Besten geben. Mitglieder des Heimatvereines Wechselburg e. V. führen zu noch festzulegenden Zeiten Gruppen entlang der Route. Sie erzählen die Geschichten aus Sicht von „Sommerfrischlern“, Damen und Herren aus der Zeit um 1900, als Wechselburg mit dem Bau von Muldental- und Chemnitztaleisenbahn als Ausflugsziel entdeckt wurde. Zu dieser Zeit 1901 gründete sich auch der 1. Fremdenverkehrs- und Heimatverein Wechselburg.


1.Bild - Brückenstraße: Der ewige Kampf Fleisch oder Gemüse

Darsteller: Karnevalsverein Wechselburg

Es entspinnt sich ein Disput zwischen den ansässigen Gärtnereien, der Gemüsehandlung, den Fleischer und dem Müller.

2. Bild - Kastanienplatz: Man wird nicht nur von Luft und Liebe satt

Darsteller: DEDO-TEAM

Die Händler Zillmann, Schumann, Fleischer Knorr, HO und Konsum, der Zigarrenfabrikant Kertscher überbieten sich gegenseitig mit ihren Waren. Die Klosterschänke bietet das einzig wahre und älteste Lebensmittel an – Bier! Der Friseur und Zahnarzt klagt die Folgen dieser Völlerei an. Die Schöngeister Maler F. W. Leuteritz und Dichter Paul Fleming platzt die Hutschnur, sie verweisen zurück auf die Schönheit der Natur sowie die Liebe.

3. Bild - Rathaus:  Vom Marktflecken zur Gemeinde

Darsteller: DEDO-TEAM

Abkoppelung der politischen Gemeinde von den Schönburg`s. Der Rathausbau mit Sparkasse, Arzt und Gastronomie beschäftigt die Gemüter – Sprung in die Gegenwart zur aktuellen Kommunalpolitik.

4. Bild - Hammelberg/Thälmann-Hain:  Keine Industrie für Wechselburg

Darsteller: Freiwillige Feuerwehr, Sportverein

Beginnende „Industrialisierung“ in Wechselburg. Handschuhnäherei, Sandgrube, Eisenbahnbau hinterlassen Spuren. Die Handwerker – Korbmacher Eisner, Maler Berger, Dachdecker Renner bangen um ihre Zunft. Selbst beim Bäcker Bemmann/Neubauer erfindet man Geräte zur Massenproduktion – Pfannkuchenspritze. Die Feuerwehr muss immer öfter Bahndammbrände bekämpfen. Die Arbeiterbewegungen und – organisationen entstehen.

5. Bild - Waldstraße 5:  Generationen treffen aufeinander

Darsteller: Karnevalsverein

Lehrer Wolf und der Hausmeister beaufsichtigen das Treiben auf dem Schulhof. Nebenan in der „Kunstblume“ liefern Heimarbeiterinnen ihre Arbeiten ab. Der Eisenbahnbaudirektor Donath denkt an alten Bahnhof und seine Villa, dem späteren Veteranenheim nach.

6. Bild - Schloßstraße:  Elektrizität in jedem Gerät

Darsteller: Werden noch gesucht

Der Böttcher, der Schneider Sachse, der Tischler Roeske jammern über ihre Befindlichkeiten. Da kommt Elektromeister Lehnert und steigt in Gespräch ein, erzählt wie er Strom in die Häuser bringt. Dabei kam es zu einem Stromschlag weil der Lehrling nicht bei der Sache war. Dieser hatte am Vortag zu lange im Sä. Hof Skat gespielt und ein Bier über den Durst getrunken. Da kommt die Wirtin aus dem Sä. Hof und fordert energisch und hysterisch die Zeche ein. Fotograf „Tirpitz“ kommt und nimmt ein typisches Postkartenmotiv von Wechselburg auf.

7. Bild - Markt:  Man soll die Feste feiern wie sie fallen

Darsteller: Paul Fleming Chor

Am „Löwe“ sitzen frohe Zecher vom Männergesangverein und singen lautstark. Der Klempner Wohlleben, der Stellmacher Werner und der Apotheker schleichen sich aus ihren Geschäften. Dies führt zu Verwicklungen mit dem Pfarrer, den Schwestern aus dem Diakonissenhaus und dem Dorfpolizist. Am Schluss sind sich alle wieder gut und singen dass gemeinsam das Wechselburglied „Mit Wiesen bunt gezieret“.


Außerdem wird es im Festzelt noch einen historischen Abriss der Geschichte durch oben bereits beteiligte Darsteller geben. Für die historische Unterrichtsstunde stellen sich Mitglieder vom Jugendclub zur Verfügung. Aber das sind 2 weitere Höhepunkte an unserem Festwochenende.

Habe ich Ihr Interesse zur Mitwirkung an unserer Geburtstagsfeier geweckt?

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Organisationsteam Kultur